Zum Inhalt springen
auf- und hinauswachsen
Cover: Berti & das schwere Geheimnis

Berti – Geschichten zum Starkwerden · Band 2

Berti & das schwere Geheimnis

Eine einfühlsame Geschichte über den Mut, sich anzuvertrauen

Von Sophie Schlegel

  • Gute und schlechte Geheimnisse
  • Selbstvertrauen
  • Innere Stimme
  • Ärgern in der Gruppe
Alter
zum Vorlesen ab 3 Jahren, zum Selbstlesen ab 7 Jahren
Im Buch
Bauchgefühl-Ampel: Kinder üben, Geheimnisse als gut, unsicher oder schlecht einzuordnen.
Format
Taschenbuch, 21 × 21 cm, 27 Seiten
Erschienen
15. August 2026
ISBN
979-8192644041

Ein Buch unserer Redakteurin, im Selbstverlag erschienen. Der Link führt zu Amazon; wir erhalten dafür keine Provision.

Blättern Sie ins Buch

Leseprobe: Seiten 3–7 von 27

  1. Cover: Berti & das schwere Geheimnis, von Sophie Schlegel.
  2. Leseprobe · Band 2

    Berti & das schwere Geheimnis

    Eine einfühlsame Geschichte über den Mut, sich anzuvertrauen

    Der Anfang der Geschichte

  3. Seite 3: Titelseite „Berti & das schwere Geheimnis“: Berti sitzt zwischen Mama und Papa Hase auf einer Parkbank.
  4. Seite 4: Berti, der kleine Hase, ist gar nicht gut drauf, als Mama Hase ihn am Morgen weckt. Heute ist Fototag auf der Hasenwiese – sonst sein liebster Tag überhaupt!
  5. Seite 5: Mama Hase schaut ihn besorgt beim Frühstück an: „Was ist denn los, mein Schatz?“ Berti zuckt mit den Schultern: „Ich weiß nicht... ich fühle mich einfach nicht gut gelaunt.“
  6. Seite 6: Mama Hase ist überrascht. Sonst hat Berti doch immer gute Laune. Gemeinsam mit Berti packt sie seine Hasentag-Tasche und sein Lieblingskuscheltier ein. Papa Hase hilft den beiden.
  7. Seite 7: Als Mama Hase, Papa Hase und Berti zur Hasenwiese laufen, krümmt sich Berti auf dem Gehweg. „Berti, was hast du denn?“, fragt Mama Hase besorgt.
  8. Wie geht es weiter?

    Mama und Papa Hase nehmen sich Zeit für Berti. Bald ist klar: Ihn bedrückt ein Geheimnis. Ist es ein gutes oder ein schlechtes? Berti überlegt - und hört Inne ...

    Das ganze Buch mit der Bauchgefühl-Ampel: 27 Seiten, 9,99 €

    Bei Amazon ansehen
  9. Rückseite des Buchs Berti & das schwere Geheimnis mit Klappentext.

Worum es geht

Eigentlich ist der Fototag Bertis Lieblingstag. Doch heute ist er schlecht gelaunt, und auf dem Weg zur Hasenwiese bekommt er schlimme Bauchschmerzen. Mama und Papa Hase merken, dass etwas nicht stimmt, und nehmen sich Zeit.

Auf einer Bank erklärt Mama Hase den Unterschied: Gute Geheimnisse machen Vorfreude, wie ein Geburtstagsgeschenk. Schlechte Geheimnisse machen traurig oder ängstlich - die darf man immer erzählen, auch wenn jemand sagt, man dürfe es nicht. Mit Innes Hilfe erzählt Berti, dass ihn die großen Jungen geärgert und ihm gedroht haben.

Zahlen und Fakten

Was die Forschung zeigt

Die Zahlen stammen aus Studien in verschiedenen Ländern und Altersgruppen. Bei jeder steht deshalb, woher sie kommt und um welches Alter es geht.

  • Etwa 1 von 6

    In einer Studie aus der Region Rotterdam (Niederlande) gaben Lehrkräfte an, dass etwa jedes sechste Kind mit fünf bis sechs Jahren mindestens einmal im Monat von anderen Kindern geplagt wurde, etwa geschlagen, ausgelacht oder ausgeschlossen. Rund drei von vier dieser Kinder plagten auch selbst andere.

    Jansen u. a. 2012, 6.376 Kinder

  • 8,6 %

    In der bundesweiten HBSC-Studie 2022 gaben 8,6 % der 11-, 13- und 15-Jährigen an, in den letzten Monaten mindestens zwei- bis dreimal im Monat in der Schule gemobbt worden zu sein. Weitere 1,9 % wurden gemobbt und mobbten zugleich selbst.

    HBSC-Studie 2022, Deutschland

  • 44 %

    In einer großen finnischen Studie mit 1.266 regelmäßig gemobbten Schülerinnen und Schülern der Klassen 4 bis 6 und 8 bis 9 hatten 44 % niemandem davon erzählt. Die Jüngeren vertrauten sich eher Erwachsenen an als die Älteren.

    Blomqvist u. a. 2020, Finnland

  • 34 %

    In derselben Studie aus Finnland hatten 34 % der gemobbten Kinder und Jugendlichen ihren Eltern davon erzählt, aber nur 21 % ihrer Klassenlehrkraft. Eltern erfuhren also häufiger davon als Lehrkräfte - doch auch zu Hause erzählten zwei Drittel nichts.

    Blomqvist u. a. 2020, Finnland

  • Bauchweh

    In einer Londoner Studie mit fast 3.000 Grundschulkindern hatten gemobbte Kinder häufiger wiederkehrendes Bauchweh als andere. Eine Auswertung von 30 Studien bestätigt: Gemobbte Schulkinder haben häufiger körperliche Beschwerden ohne erkennbare Ursache - ein Zusammenhang, kein Beweis, dass das Mobbing sie auslöst.

    Williams u. a. 1996; Gini & Pozzoli 2013

  • Scham

    Eine Übersichtsarbeit über 13 Studien zu sexualisierter Gewalt zeigt: Scham, Schuldgefühle und Angst vor den Folgen können Kinder und Jugendliche davon abhalten, sich anzuvertrauen. Leichter fällt es ihnen, wenn Erwachsene von sich aus nachfragen, altersgerecht aufklären und unterstützend reagieren.

    Lemaigre u. a. 2017, Übersichtsarbeit

Studien im Einzelnen

Pädagogischer Hintergrund

Was hinter der Geschichte steckt

Kinder spüren Sorgen oft zuerst im Körper. Berti weiß nicht, was los ist - er hat schlechte Laune und Bauchweh. Viele Kinder im Kita-Alter können Kummer noch nicht in Worte fassen. Verändert sich ein Kind plötzlich oder klagt es ohne erkennbaren Grund über Bauchweh, lohnt es sich, behutsam nachzufragen - so wie Mama und Papa Hase. Halten Beschwerden an, gehört das in die Kinderarztpraxis.

Die Unterscheidung zwischen guten und schlechten Geheimnissen ist ein fester Baustein der Prävention von Gewalt gegen Kinder. Gute Geheimnisse machen Vorfreude und lösen sich auf, etwa bei einer Geburtstagsüberraschung. Schlechte Geheimnisse machen Angst oder ein ungutes Gefühl - und Kinder dürfen sie erzählen. Genau das empfehlen Präventionsstellen der Polizei Eltern: dem Kind zu erklären, dass es gute und schlechte Geheimnisse gibt und dass es von schlechten berichten darf.

Ein wichtiger Satz im Buch lautet: Du hast das richtig gemacht und wirst keinen Ärger bekommen. Wer Kinder unter Druck setzt, verlangt oft Geheimhaltung - in Bertis Geschichte drohen die großen Jungen mit Ärger. Kinder brauchen deshalb die ausdrückliche Erlaubnis zu erzählen, und Erwachsene, die ruhig zuhören und handeln.

Die Bauchgefühl-Ampel ergänzt eine dritte Farbe: unsichere Geheimnisse. Das ist ehrlich, denn kleine Kinder können Geheimnisse noch nicht sicher einordnen. Die Ampel gibt ihnen dafür eine einfache Regel - wenn du unsicher bist, sprich mit jemandem darüber - und braucht Erwachsene, die immer wieder mit Beispielen darüber reden.

Quellen

Für Familien

Nach dem Vorlesen

Fragen, die ins Gespräch führen - als Einladung, nicht als Abfrage:

  • Warum hatte Berti Bauchweh? Kennst du das auch, dass der Bauch etwas spürt?
  • Was ist ein gutes Geheimnis, was ein schlechtes? Fällt dir ein Beispiel ein?
  • Wem kannst du ein schlechtes Geheimnis erzählen?

Und für den Alltag:

  • Die Bauchgefühl-Ampel aus dem Buch nutzen: Bei welcher Farbe fühlt sich der Bauch wie an?
  • Gemeinsam festhalten, wer zu den Vertrauenspersonen Ihres Kindes gehört - zu Hause, in der Kita, in der Familie.
  • Sagen Sie Ihrem Kind ausdrücklich: Wenn dir jemand sagt, du darfst etwas nicht erzählen, darfst du es mir trotzdem erzählen - und bekommst keinen Ärger.

Für Kita und Kindertagespflege

In der Gruppe

  • Die Ampel im Stuhlkreis: Fachkräfte nennen Beispiele - eine Geburtstagsüberraschung, „Sag niemandem, dass ich dich geschubst habe“ - und die Kinder ordnen sie einer Farbe zu.
  • Vertrauenspersonen sammeln: Wem kann ich in der Kita etwas erzählen? Und zu Hause?
  • Gefühle im Körper entdecken: Wo spüre ich Freude, wo Angst, wo ein komisches Gefühl?
  • Regeln für die Gruppe gemeinsam festlegen, wenn Kinder geärgert werden - und klarmachen: Hilfe holen ist kein Petzen.

Wenn Sie sich Sorgen machen

Wenn Sie sich Sorgen machen, dass Ihr Kind etwas Schlimmes erlebt hat, sind Sie damit nicht allein. Diese Stellen beraten kostenlos und auf Wunsch anonym:

Ein Bilderbuch ersetzt keine Beratung. Es kann ein Anfang sein, über schwierige Dinge zu sprechen.

Weitere Berti-Bücher