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auf- und hinauswachsen

Rechner · Für Eltern

Medienzeit-Rechner

Wie viel Bildschirmzeit ist in Ordnung - und was tun, wenn es mehr ist? Der Rechner vergleicht die Woche Ihres Kindes mit der deutschen Leitlinie und bezieht ein, wann Bildschirme bei Ihnen laufen. Dauert zwei Minuten.

Ihre Angaben

Gemeint ist Bildschirmzeit in der Freizeit: Fernsehen, Videos, Spiele und Apps auf jedem Gerät. Hausaufgaben am Bildschirm zählen nicht mit. Schätzen Sie ruhig - es geht um eine übliche Woche, Tage ohne Bildschirm zählen beim Durchschnitt mit.

Über die ganze Woche gerechnet, auch Tage ohne Bildschirm.

An Ihrem „schlimmsten“ Tag - oft am Wochenende.

Was davon kommt bei Ihnen vor?

Freiwillig, mehrere möglich.

Was beschäftigt Sie gerade am meisten?

Die Rechnung läuft nur in Ihrem Browser. Wir speichern keine Angaben über Ihr Kind.

Wann Sie Unterstützung holen sollten

Der Rechner gibt eine Orientierung und stellt keine Diagnose. Die Leitlinie nennt Warnzeichen dafür, dass die Bildschirmnutzung aus dem Gleichgewicht gerät - schon einzelne können ein Hinweis sein, wenn sie immer wieder auftreten. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind

  • nur sehr schwer mit Bildschirmen aufhören kann,
  • sich kaum noch für anderes begeistert und in Gedanken fast nur bei Bildschirmen ist,
  • gereizt oder sehr frustriert reagiert, wenn es keine Bildschirme nutzen darf,
  • immer mehr Zeit damit verbringen will oder heimlich weitermacht,
  • Bildschirme vor allem nutzt, um sich nach einem schlechten Tag besser zu fühlen,
  • wegen der Nutzung zu wenig schläft, sich schlecht konzentriert oder in Kita oder Schule nachlässt - oder ob es deshalb immer wieder Streit in der Familie gibt.

Treffen mehrere dieser Punkte über längere Zeit zu, etwa ein halbes Jahr, kann das nach Einschätzung der Kinder- und Jugendärzte auf ein suchtartiges Verhalten hindeuten. Sie müssen nicht so lange warten: Wenn Sie unsicher sind, holen Sie früh Rat. Bei Jugendlichen empfiehlt die Leitlinie außerdem anerkannte Selbsttests, am besten gemeinsam ausgefüllt.

Hier bekommen Sie Rat

Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , BVKJ: Anzeichen

So rechnet der Rechner

Grundlage ist die deutsche Leitlinie zur Prävention problematischer Bildschirmnutzung bei Kindern und Jugendlichen (AWMF-Register 027-075), die die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften herausgibt. Sie nennt für jedes Alter, wie viel Bildschirmzeit höchstens sein sollte - ab 6 Jahren ausdrücklich für die Freizeit:

Höchste Bildschirmzeit nach Alter laut Leitlinie
Alter Bildschirmzeit Wie oft
unter 3 Jahre keine - auch nicht nebenbei -
3 bis unter 6 Jahre höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen
6 bis unter 9 Jahre höchstens 30 bis 45 Minuten an einzelnen Tagen
9 bis unter 12 Jahre höchstens 45 bis 60 Minuten täglich
12 bis unter 16 Jahre höchstens 1 bis 2 Stunden täglich
16 Jahre höchstens 2 Stunden täglich

Diese Werte sind ein Konsens der beteiligten Fachleute, teils gestützt auf Empfehlungen anderer Fachstellen wie WHO und Kinderärzteverbände - keine Grenzwerte, ab denen nachweislich etwas passiert. Die Leitlinie fasst ihre Haltung selbst so zusammen: Je weniger Bildschirmzeit, desto besser. Der Rechner zeigt deshalb, wo die Woche Ihres Kindes im Verhältnis zu diesen Obergrenzen liegt, und nicht, ob Ihr Kind „zu viel“ hat.

So liest der Rechner die Leitlinie:

  • Die Altersangaben („3 bis 6 Jahre“) gelten als „ab 3 bis unter 6 Jahre“, damit sich die Gruppen nicht überschneiden.
  • Nennt die Leitlinie eine Spanne („höchstens 30 bis 45 Minuten“), wertet der Rechner erst Zeiten über dem oberen Wert als darüber.
  • „An einzelnen Tagen“ heißt: nicht jeden Tag. Wie oft Ihr Kind Bildschirme nutzt, fragt der Rechner nicht ab - für 3- bis 8-Jährige erinnert er deshalb immer daran.
  • Ab 6 Jahren meint die Leitlinie die Nutzung in der Freizeit. Hausaufgaben am Bildschirm zählen nicht mit.
  • Für 12- bis 15-Jährige nennt die Leitlinie zusätzlich eine Uhrzeit: Bildschirmzeit bis spätestens 21 Uhr. Für 16-Jährige gilt ihre Gruppe „16 bis 18 Jahre“ mit 2 Stunden als Orientierungswert; dort sollen Regeln je nach Reife gemeinsam entstehen.
  • Zu Videotelefonaten, etwa mit den Großeltern, sagt die Leitlinie nichts. Andere Fachstellen bewerten sie anders als Unterhaltungsmedien. Wir überlassen es Ihnen, ob Sie sie mitzählen.
  • Verglichen wird der Durchschnitt pro Tag und die maximale Zeit pro Tag mit der Obergrenze - denn die Leitlinie meint jeden einzelnen Tag, nicht einen Wochenschnitt. Die Wochensumme ist der Durchschnitt mal sieben. Wer „6 Stunden oder mehr“ wählt, bekommt Mindestwerte.

Liegt schon der Durchschnitt oder auch nur das Maximum über der Orientierung, schlägt der Rechner einen Plan vor: jede Woche eine neue Tagesgrenze in Schritten von 15 Minuten, höchstens 6 Wochen lang - werden es mehr, werden die Schritte größer. Das ist ein Vorschlag aus der Praxis. Ob ein schrittweises oder ein sofortiges Umstellen besser ist, ist nicht untersucht.

Andere Stellen nennen andere Werte. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) übernimmt für Kinder bis 9 Jahre die Werte der Leitlinie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät unter 2 Jahren von Bildschirmzeit ab und nennt für 2- bis 4-Jährige höchstens eine Stunde am Tag. Die Initiative SCHAU HIN! ist großzügiger: bis zu einer Stunde am Tag für 6- bis 9-Jährige und ab 10 Jahren ein Wochenbudget. Die US-Kinderärzte (AAP) stellen seit 2026 einen Familien-Medienplan, bildschirmfreie Zeiten und das Vorbild der Eltern in den Mittelpunkt. Der Rechner folgt der deutschen Leitlinie, weil sie die medizinische Fachmeinung in Deutschland bündelt.

Neben der Zeit zählt, wofür Bildschirme genutzt werden. Die Leitlinie nennt die Rolle, die Bildschirme im Familienalltag spielen, sogar den stärksten Hinweis auf emotionale oder soziale Probleme - nicht allein die Zeit. Deshalb fragt der Rechner nach Alltagssituationen und gibt zu jeder angekreuzten einen eigenen Hinweis.

Der Rechner ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung und stellt keine Diagnose. Er gibt eine pädagogische Orientierung.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und weitere Fachgesellschaften, AWMF-Register Nr. 027-075 (2026): S2k-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend, Version 1.4 (gültig bis 14.07.2028)
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de (2025): Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen?
  3. Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2019): Guidelines on physical activity, sedentary behaviour and sleep for children under 5 years of age
  4. SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht (BMBFSFJ, ZDF, AOK) (2026): Medienzeiten: Feste Bildschirmzeiten für Kinder vereinbaren
  5. American Academy of Pediatrics (AAP) (2026): American Academy of Pediatrics Calls for Creating a Child-Friendly Digital World (zum Policy Statement „Digital Ecosystems, Children, and Adolescents“)
  6. Proceedings of the 2016 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (2016): Screen Time Tantrums: How Families Manage Screen Media Experiences for Toddlers and Preschoolers
  7. JAMA Pediatrics 177(1) (2023): Longitudinal Associations Between Use of Mobile Devices for Calming and Emotional Reactivity and Executive Functioning in Children Aged 3 to 5 Years
  8. Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de (2018): Wie erkennen Eltern Anzeichen von Mediensucht bei ihren Kindern?
  9. Internet-ABC e.V. und klicksafe (2026): Mediennutzungsvertrag - Vorlage zum gemeinsamen Ausfüllen

Stand: 19.10.2026