Rechner · Für Eltern
Medienzeit-Rechner
Wie viel Bildschirmzeit ist in Ordnung - und was tun, wenn es mehr ist? Der Rechner vergleicht die Woche Ihres Kindes mit der deutschen Leitlinie und bezieht ein, wann Bildschirme bei Ihnen laufen. Dauert zwei Minuten.
Ihr Ergebnis
So sieht Ihre Woche aus
Unsere Einschätzung
Unter 3 Jahren rät die Leitlinie von Bildschirmen ab
Für Kinder unter 3 Jahren empfiehlt die deutsche Leitlinie, sie von jeder aktiven und passiven Bildschirmnutzung fernzuhalten - also auch von dem, was sie bei Eltern oder Geschwistern nebenbei mitbekommen. Das ist ein Konsens von Fachleuten und kein Grund für Schuldgefühle: Viele Familien nutzen Bildschirme, um anstrengende Momente zu überbrücken. Es geht darum, diese Momente nach und nach anders zu füllen.
- Fangen Sie mit dem an, was sich am leichtesten ändern lässt - oft der Fernseher, der nebenbei läuft.
- Legen Sie für schwierige Momente wie Kochen oder Warten eine kleine Kiste bereit, die es nur dann gibt: Bilderbuch, Knete, Stapelbecher.
- Nehmen Sie Ihr Kind in den Alltag mit hinein: Gemüse waschen, Wäsche sortieren, beim Kochen zusehen.
- Achten Sie auch auf Ihr eigenes Handy: Die Leitlinie rät Eltern und Geschwistern, in Gegenwart jüngerer Kinder auf Bildschirme zu verzichten.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , BIÖG: Medienzeiten , WHO 2019
Die Bildschirmzeit liegt über der Orientierung für dieses Alter
Schon im Durchschnitt nutzt Ihr Kind Bildschirme länger, als die Leitlinie für sein Alter vorschlägt. Die Werte sind ein Konsens von Fachleuten, keine scharfe Grenze - aber sie geben eine klare Richtung. Genauso wichtig wie die Minuten ist, was der Bildschirm im Alltag verdrängt: Bewegung, Spiel, Schlaf und gemeinsame Zeit.
- Legen Sie fest, wann und wie lange Bildschirmzeit ist, statt jedes Mal neu zu entscheiden.
- Verringern Sie die Zeit Schritt für Schritt wie im Plan unten - oder stellen Sie auf einmal um, wenn das besser zu Ihrer Familie passt.
- Planen Sie für die frei werdende Zeit etwas Konkretes ein, am besten mit Bewegung oder gemeinsam.
- Räumen Sie Geräte nach der Nutzung an einen Ort außer Sicht. „Aus den Augen - aus dem Sinn“ steht so auch in der Leitlinie.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , BIÖG: Medienzeiten
Keine eigene Bildschirmzeit - jetzt zählt, was nebenbei läuft
Ihr Kind nutzt selbst keine Bildschirme. Für Kinder unter 3 Jahren empfiehlt die Leitlinie aber auch, sie von passiver Nutzung fernzuhalten - also von dem, was sie bei Erwachsenen oder Geschwistern mitbekommen. Darauf können Sie jetzt achten.
- Schalten Sie den Fernseher aus, wenn niemand bewusst schaut, und lassen Sie keine Videos nebenbei laufen.
- Legen Sie handyfreie Zeiten für die Erwachsenen fest, etwa beim Essen, beim Spielen und beim Zubettbringen. Die Leitlinie rät Eltern und Geschwistern, in Gegenwart jüngerer Kinder auf Bildschirme zu verzichten.
- Sprechen Sie das mit allen ab, die Ihr Kind betreuen - Großeltern, Babysitter, Kita.
- Falls Sie Ihr Kind später an Bildschirme heranführen möchten: Die Leitlinie nennt dafür frühestens 3 Jahre - und dann kurz, gemeinsam und nicht täglich.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Im Durchschnitt passt es - an manchen Tagen wird es länger
Im Durchschnitt liegt die Bildschirmzeit im Rahmen. An manchen Tagen, oft am Wochenende, wird es aber länger, als die Leitlinie für das Alter Ihres Kindes vorschlägt. Die Obergrenze gilt für jeden einzelnen Tag, nicht als Durchschnitt über die Woche.
- Vereinbaren Sie auch für Wochenende und freie Tage eine feste Höchstzeit - vorher, nicht erst, wenn der Film schon läuft.
- Planen Sie für freie Tage feste Programmpunkte ohne Bildschirm ein: Ausflug, Spielplatz, Besuch.
- Seltene, bewusste Ausnahmen - etwa an einem Feiertag - sind möglich. Die Leitlinie rät, sie wie die Regeln selbst schriftlich festzuhalten.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Die Bildschirmzeit passt zur Orientierung der Leitlinie
Durchschnitt und Maximum liegen im Rahmen dessen, was die Leitlinie für das Alter Ihres Kindes vorschlägt. Neben der Zeit zählt, wie Bildschirme genutzt werden: welche Inhalte, mit wem - und ob sie anderes verdrängen.
- Behalten Sie feste Zeiten bei. Sie machen das Ende vorhersehbar.
- Prüfen Sie Inhalte vorher, halten Sie die Altersangaben ein und geben Sie werbefreien Angeboten den Vorzug.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das, was es gesehen oder gespielt hat.
- Die Werte sind Obergrenzen, keine Zielmarken. Die Leitlinie fasst es so zusammen: Je weniger Bildschirmzeit, desto besser.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Keine Bildschirmzeit in der Freizeit
Ihr Kind nutzt in der Freizeit derzeit keine Bildschirme. Die Leitlinie fasst ihre Empfehlungen so zusammen: Je weniger Bildschirmzeit, desto besser.
- Wenn Sie Bildschirme einführen möchten: gemeinsam, mit ausgewählten Inhalten und von Anfang an mit festen Zeiten - für Kinder unter 9 Jahren an einzelnen Tagen, nicht täglich.
- Wünscht sich Ihr Kind Bildschirmzeit, weil andere sie haben: Nehmen Sie den Wunsch ernst und erklären Sie Ihre Gründe.
- Achten Sie auch auf das, was Ihr Kind nebenbei mitbekommt - etwa einen laufenden Fernseher oder das Handy von Erwachsenen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Medien, die es bei Freunden sieht. Die Leitlinie betont, dass bewusster Verzicht nicht zu Ausgrenzung führen soll.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Wenn das Ausschalten zum Streit wird
Das Ende der Bildschirmzeit ist für viele Familien der schwierigste Moment. Eine kleine Tagebuchstudie mit Familien von 1- bis 5-Jährigen fand: Der Übergang fiel leichter, wenn die Bildschirmzeit Teil einer festen Routine war und an einem natürlichen Endpunkt aufhörte, etwa am Ende einer Folge. Eine kurze Vorwarnung der Eltern („noch zwei Minuten“) ging in dieser Studie dagegen eher mit mehr Ärger einher.
- Vereinbaren Sie vorher, was geschaut wird. „Zwei Folgen“ ist für Kinder leichter zu überblicken als „eine halbe Stunde“.
- Hören Sie am Ende einer Folge oder eines Levels auf, nicht mittendrin. Schalten Sie die automatische Wiedergabe der nächsten Folge aus.
- Geben Sie der Bildschirmzeit einen festen Platz im Tag, auf den immer dasselbe folgt - zum Beispiel das Abendessen oder der Weg nach draußen.
- Bleiben Sie am Ende freundlich und klar: Gefühle benennen („Du hättest gern weitergeschaut“), die Grenze aber nicht neu verhandeln.
Grundlage: Hiniker et al. 2016 , AWMF-Leitlinie 027-075
Wenn Ihr Kind immer mehr will
Dass Kinder nach mehr fragen, ist normal - viele Apps, Spiele und Videoportale sind darauf ausgelegt, dass man dranbleibt. Leichter wird es, wenn die Antwort nicht jedes Mal neu ausgehandelt werden muss.
- Legen Sie gemeinsam fest, wann und wie lange, und schreiben Sie es auf. Die Leitlinie empfiehlt solche schriftlichen Vereinbarungen ausdrücklich.
- Machen Sie die Zeiten sichtbar, etwa als Wochenplan am Kühlschrank. Dann sieht Ihr Kind, wann die nächste Bildschirmzeit kommt.
- Wenn Ihr Kind nach mehr fragt: auf den Plan zeigen, statt neu zu verhandeln.
- Achten Sie auf die Warnzeichen weiter unten. Wird der Wunsch nach mehr immer stärker und verdrängt er andere Interessen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , AAP 2026 , SCHAU HIN!
Feste Regeln gemeinsam festlegen
Die Leitlinie empfiehlt, Regeln zur Bildschirmzeit gemeinsam schriftlich zu vereinbaren und gemeinsam umzusetzen - und auch bewusste Ausnahmen aufzuschreiben. Je älter Ihr Kind ist, desto mehr darf es mitreden.
- Klären Sie zuerst unter den Erwachsenen: wie viel, wann, welche Geräte, welche Inhalte. Auch Großeltern und andere Betreuungspersonen sollten die Regeln kennen.
- Schreiben Sie die Regeln auf und hängen Sie sie sichtbar auf - für jüngere Kinder mit Bildern.
- Formulieren Sie konkret: „Samstags nach dem Frühstück eine Folge, dann raus“ statt „nicht so viel“.
- Für Schulkinder gibt es eine kostenlose Vorlage für einen Mediennutzungsvertrag von Internet-ABC und klicksafe.
- Verschieden alte Geschwister brauchen verschiedene Regeln - das empfiehlt auch die Leitlinie.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , Mediennutzungsvertrag
Wenn der Alltag ohne Bildschirm kaum klappt
Bildschirme überbrücken oft die anstrengenden Momente: Kochen, Warten, Anziehen, schlechte Laune. Das ist verständlich. Die Leitlinie rät trotzdem davon ab, sie zum Beruhigen einzusetzen oder beim Essen zu nutzen. Leichter wird es, wenn Sie für die zwei, drei häufigsten Momente eine feste Alternative vorbereiten.
- Notieren Sie eine Woche lang, in welchen Momenten der Bildschirm zum Einsatz kommt.
- Legen Sie für jeden dieser Momente eine Alternative bereit: ein Buch oder Spiel für unterwegs, ein Hörspiel oder Musik statt eines Videos, eine kleine Aufgabe beim Kochen.
- Bei Wut und Frust: erst das Gefühl auffangen - benennen, nah sein, gemeinsam ruhig atmen -, dann weiter im Ablauf.
- Holen Sie sich Unterstützung, wenn es dauerhaft zu viel wird. Die Elternberatungen weiter unten sind kostenlos und anonym.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , Radesky et al. 2023
Ihre Alltagssituationen
Mahlzeiten ohne Bildschirm
Die Leitlinie rät, beim Essen - vor allem bei gemeinsamen Mahlzeiten - keine Bildschirme zu nutzen und umgekehrt beim Schauen nicht zu essen. Ein einfacher Anfang: Vor dem Essen kommen alle Geräte an einen festen Platz außerhalb der Reichweite, auch die der Erwachsenen.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Die letzte Stunde vor dem Schlafen
Unter 3 Jahren rät die Leitlinie ganz von Bildschirmen ab, älteren Kindern zumindest in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen. Ersetzen Sie die Sendung am Abend durch einen ruhigen Ablauf: Vorlesen, ein Lied, Kuscheln.
Keine Bildschirme in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen - das gehört zu den Empfehlungen, bei denen sich die Fachleute der Leitlinie besonders einig sind. Legen Sie das Ende der Bildschirmzeit vor den Abendablauf, zum Beispiel vor das Abendessen oder das Baden.
Wann bei Ihrem Kind abends das Licht ausgehen sollte, berechnet der Kita-Schlaf-Rechner.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Der Morgen ohne Bildschirm
Die Leitlinie empfiehlt, die Zeit morgens vor Kita und Schule möglichst ohne Bildschirme zu gestalten. Wenn der Bildschirm morgens Zeit überbrückt, hilft oft ein fester Ablauf mit einer kleinen Aufgabe für Ihr Kind: Tisch decken, Brotdose packen, die am Vorabend bereitgelegte Kleidung anziehen.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Beruhigen ohne Bildschirm
Die Leitlinie rät davon ab, Bildschirme zum Beruhigen einzusetzen. Eine Studie, die 3- bis 5-Jährige ein halbes Jahr lang begleitete, fand bei Jungen und bei eher lebhaften, impulsiven Kindern einen Zusammenhang: Wurden sie häufig mit dem Gerät beruhigt, zeigten sie später eher heftigere Gefühlsreaktionen. Die Forschenden vermuten, dass dabei Gelegenheiten fehlen, Beruhigung selbst zu lernen - ein Zusammenhang, kein Beweis für eine Ursache.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , Radesky et al. 2023
Bildschirmzeit nicht als Belohnung oder Strafe
Unter 3 Jahren rät die Leitlinie ganz von Bildschirmen ab - also auch als Belohnung. Allgemein rät sie davon ab, Bildschirmzeit als Belohnung oder ihren Entzug als Strafe einzusetzen.
Die Leitlinie rät davon ab, Bildschirmzeit als Belohnung oder ihren Entzug als Strafe einzusetzen. Verlässlicher sind feste Zeiten, die unabhängig davon gelten, wie der Tag gelaufen ist.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Was nebenbei läuft, zählt mit
Auch was Kinder nebenbei mitbekommen - der laufende Fernseher, das Video der großen Schwester - nennt die Leitlinie passive Nutzung. Unter 3 Jahren rät sie ausdrücklich auch davon ab. Schalten Sie aus, wenn niemand bewusst schaut, und nutzen Sie eigene Geräte möglichst nicht in Gegenwart Ihres Kindes.
Auch was Kinder nebenbei mitbekommen - der laufende Fernseher, das Video der großen Geschwister - nennt die Leitlinie passive Nutzung. Schalten Sie aus, wenn niemand bewusst schaut. Das macht die Bildschirmzeit, die Ihr Kind wirklich hat, auch leichter zu überblicken.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Nachts keine Geräte im Kinderzimmer
Die Leitlinie empfiehlt, dass beim Schlafen keine Handys oder Tablets im Zimmer sind - möglichst auch kein Fernseher und kein Computer. Ein fester Ladeplatz außerhalb des Kinderzimmers macht das zur Routine, am besten für die ganze Familie.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Gemeinsam schauen, hinterher reden
Für Kinder unter 3 Jahren rät die Leitlinie von jeder Bildschirmnutzung ab - allein wie gemeinsam.
Für Kinder von 3 bis unter 6 Jahren sieht die Leitlinie Bildschirmzeit nur vor, wenn ein Elternteil dabei ist. Gemeinsam schauen heißt auch: Inhalte vorher prüfen, Altersangaben einhalten und hinterher darüber sprechen.
Die Leitlinie empfiehlt, Inhalte möglichst gemeinsam mit Ihrem Kind zu nutzen, sie vorher auf Eignung zu prüfen und hinterher darüber zu sprechen. Auch wenn Sie nicht immer daneben sitzen können: Fragen Sie nach, was Ihr Kind gesehen oder gespielt hat.
Jugendliche nutzen Medien meist allein. Die Leitlinie empfiehlt trotzdem, sie inhaltlich zu begleiten und regelmäßig darüber zu sprechen - auch darüber, wie sich die Nutzung auf Konzentration, Schlaf, Stimmung und Freundschaften auswirkt. Am besten beobachtet Ihr Kind das selbst mit.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Ein eigenes Gerät
Unter 3 Jahren rät die Leitlinie ganz von Bildschirmen ab - ein eigenes Gerät gehört deshalb noch nicht in Kinderhände. Räumen Sie Tablets und Handys nach der Nutzung außer Reichweite und außer Sicht.
Unter 9 Jahren rät die Leitlinie von einer eigenen Spielkonsole ab - hier sind sich die Fachleute besonders einig. Ein eigenes Smartphone sieht sie frühestens ab 9 Jahren vor. Geräte, die der Familie gehören und nach der Nutzung weggeräumt werden, machen feste Zeiten leichter.
Ein eigenes Smartphone sieht die Leitlinie frühestens ab 9, besser ab 12 Jahren vor - mit eingeschränktem Internetzugang. Vereinbaren Sie vorher gemeinsam und schriftlich, wann, wo und wie lange es genutzt wird. Die Leitlinie nennt das einen Handynutzungsvertrag.
Für 12- bis 16-Jährige empfiehlt die Leitlinie nur beschränkten Internetzugang, etwa über Jugendschutz-Einstellungen auf dem Gerät, und Bildschirmzeit bis spätestens 21 Uhr. Halten Sie Zeiten und Regeln gemeinsam schriftlich fest.
Ab 16 Jahren hält die Leitlinie uneingeschränkten Internetzugang für angemessen. Sie betont aber, dass es auch 16- bis 18-Jährigen oft schwerfällt, die Nutzung zu begrenzen. Regeln, die Sie gemeinsam festhalten, und regelmäßige Gespräche bleiben wichtig.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , Mediennutzungsvertrag
Allein im Internet
Unter 3 Jahren rät die Leitlinie von jeder Bildschirmnutzung ab - auch von Kindervideos zum Mitschauen. Räumen Sie Tablets und Handys außer Reichweite und außer Sicht.
Unter 9 Jahren rät die Leitlinie von freiem Internetzugang ab, auch beaufsichtigt. Besser sind ausgewählte, werbefreie Angebote für Kinder, die Sie vorher kennen - und die automatische Wiedergabe der nächsten Folge ist ausgeschaltet.
Für 9- bis 12-Jährige empfiehlt die Leitlinie nur beaufsichtigten Internetzugang und technische Schutzeinstellungen. Bleiben Sie in der Nähe und sprechen Sie über Werbung, Kontakte mit Fremden und Inhalte, die Angst machen.
Für 12- bis 16-Jährige empfiehlt die Leitlinie nur beschränkten Internetzugang und technische Schutzeinstellungen. Sprechen Sie regelmäßig über Inhalte, Werbung, Kontakte mit Fremden und darüber, was Ihr Kind online erlebt.
Ab 16 Jahren hält die Leitlinie uneingeschränkten Internetzugang für angemessen, rät aber weiter zur Begleitung. Sprechen Sie über Inhalte, Kontakte und darüber, wie viel Zeit online vergeht.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075
Wann Sie Unterstützung holen sollten
Der Rechner gibt eine Orientierung und stellt keine Diagnose. Die Leitlinie nennt Warnzeichen dafür, dass die Bildschirmnutzung aus dem Gleichgewicht gerät - schon einzelne können ein Hinweis sein, wenn sie immer wieder auftreten. Achten Sie darauf, ob Ihr Kind
- nur sehr schwer mit Bildschirmen aufhören kann,
- sich kaum noch für anderes begeistert und in Gedanken fast nur bei Bildschirmen ist,
- gereizt oder sehr frustriert reagiert, wenn es keine Bildschirme nutzen darf,
- immer mehr Zeit damit verbringen will oder heimlich weitermacht,
- Bildschirme vor allem nutzt, um sich nach einem schlechten Tag besser zu fühlen,
- wegen der Nutzung zu wenig schläft, sich schlecht konzentriert oder in Kita oder Schule nachlässt - oder ob es deshalb immer wieder Streit in der Familie gibt.
Treffen mehrere dieser Punkte über längere Zeit zu, etwa ein halbes Jahr, kann das nach Einschätzung der Kinder- und Jugendärzte auf ein suchtartiges Verhalten hindeuten. Sie müssen nicht so lange warten: Wenn Sie unsicher sind, holen Sie früh Rat. Bei Jugendlichen empfiehlt die Leitlinie außerdem anerkannte Selbsttests, am besten gemeinsam ausgefüllt.
Hier bekommen Sie Rat
- Ihre Kinder- und Jugendarztpraxis : Sprechen Sie das Thema an, auch bei den Vorsorgeuntersuchungen.
- bke-Onlineberatung für Eltern : Schriftliche Beratung durch Fachkräfte der Erziehungsberatung - anonym und kostenfrei.
- Elterntelefon der Nummer gegen Kummer : 0800 111 0 550 - anonym und kostenlos.
- Fachverband Medienabhängigkeit : Beratungsstellen in Ihrer Nähe, über die Postleitzahl zu finden.
Grundlage: AWMF-Leitlinie 027-075 , BVKJ: Anzeichen
Geplant · Kostenpflichtiger Guide
Geplanter Inhalt Ihres persönlichen Guides:
Der Guide ist in Vorbereitung und noch nicht bestellbar. Ihr Ergebnis oben ist vollständig und bleibt kostenlos.
So rechnet der Rechner
Grundlage ist die deutsche Leitlinie zur Prävention problematischer Bildschirmnutzung bei Kindern und Jugendlichen (AWMF-Register 027-075), die die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften herausgibt. Sie nennt für jedes Alter, wie viel Bildschirmzeit höchstens sein sollte - ab 6 Jahren ausdrücklich für die Freizeit:
| Alter | Bildschirmzeit | Wie oft |
|---|---|---|
| unter 3 Jahre | keine - auch nicht nebenbei | - |
| 3 bis unter 6 Jahre | höchstens 30 Minuten | an einzelnen Tagen |
| 6 bis unter 9 Jahre | höchstens 30 bis 45 Minuten | an einzelnen Tagen |
| 9 bis unter 12 Jahre | höchstens 45 bis 60 Minuten | täglich |
| 12 bis unter 16 Jahre | höchstens 1 bis 2 Stunden | täglich |
| 16 Jahre | höchstens 2 Stunden | täglich |
Diese Werte sind ein Konsens der beteiligten Fachleute, teils gestützt auf Empfehlungen anderer Fachstellen wie WHO und Kinderärzteverbände - keine Grenzwerte, ab denen nachweislich etwas passiert. Die Leitlinie fasst ihre Haltung selbst so zusammen: Je weniger Bildschirmzeit, desto besser. Der Rechner zeigt deshalb, wo die Woche Ihres Kindes im Verhältnis zu diesen Obergrenzen liegt, und nicht, ob Ihr Kind „zu viel“ hat.
So liest der Rechner die Leitlinie:
- Die Altersangaben („3 bis 6 Jahre“) gelten als „ab 3 bis unter 6 Jahre“, damit sich die Gruppen nicht überschneiden.
- Nennt die Leitlinie eine Spanne („höchstens 30 bis 45 Minuten“), wertet der Rechner erst Zeiten über dem oberen Wert als darüber.
- „An einzelnen Tagen“ heißt: nicht jeden Tag. Wie oft Ihr Kind Bildschirme nutzt, fragt der Rechner nicht ab - für 3- bis 8-Jährige erinnert er deshalb immer daran.
- Ab 6 Jahren meint die Leitlinie die Nutzung in der Freizeit. Hausaufgaben am Bildschirm zählen nicht mit.
- Für 12- bis 15-Jährige nennt die Leitlinie zusätzlich eine Uhrzeit: Bildschirmzeit bis spätestens 21 Uhr. Für 16-Jährige gilt ihre Gruppe „16 bis 18 Jahre“ mit 2 Stunden als Orientierungswert; dort sollen Regeln je nach Reife gemeinsam entstehen.
- Zu Videotelefonaten, etwa mit den Großeltern, sagt die Leitlinie nichts. Andere Fachstellen bewerten sie anders als Unterhaltungsmedien. Wir überlassen es Ihnen, ob Sie sie mitzählen.
- Verglichen wird der Durchschnitt pro Tag und die maximale Zeit pro Tag mit der Obergrenze - denn die Leitlinie meint jeden einzelnen Tag, nicht einen Wochenschnitt. Die Wochensumme ist der Durchschnitt mal sieben. Wer „6 Stunden oder mehr“ wählt, bekommt Mindestwerte.
Liegt schon der Durchschnitt oder auch nur das Maximum über der Orientierung, schlägt der Rechner einen Plan vor: jede Woche eine neue Tagesgrenze in Schritten von 15 Minuten, höchstens 6 Wochen lang - werden es mehr, werden die Schritte größer. Das ist ein Vorschlag aus der Praxis. Ob ein schrittweises oder ein sofortiges Umstellen besser ist, ist nicht untersucht.
Andere Stellen nennen andere Werte. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) übernimmt für Kinder bis 9 Jahre die Werte der Leitlinie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät unter 2 Jahren von Bildschirmzeit ab und nennt für 2- bis 4-Jährige höchstens eine Stunde am Tag. Die Initiative SCHAU HIN! ist großzügiger: bis zu einer Stunde am Tag für 6- bis 9-Jährige und ab 10 Jahren ein Wochenbudget. Die US-Kinderärzte (AAP) stellen seit 2026 einen Familien-Medienplan, bildschirmfreie Zeiten und das Vorbild der Eltern in den Mittelpunkt. Der Rechner folgt der deutschen Leitlinie, weil sie die medizinische Fachmeinung in Deutschland bündelt.
Neben der Zeit zählt, wofür Bildschirme genutzt werden. Die Leitlinie nennt die Rolle, die Bildschirme im Familienalltag spielen, sogar den stärksten Hinweis auf emotionale oder soziale Probleme - nicht allein die Zeit. Deshalb fragt der Rechner nach Alltagssituationen und gibt zu jeder angekreuzten einen eigenen Hinweis.
Der Rechner ersetzt keine ärztliche oder psychologische Beratung und stellt keine Diagnose. Er gibt eine pädagogische Orientierung.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und weitere Fachgesellschaften, AWMF-Register Nr. 027-075 (2026): S2k-Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend, Version 1.4 (gültig bis 14.07.2028)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kindergesundheit-info.de (2025): Wie oft und wie lange dürfen Kinder Medien nutzen?
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2019): Guidelines on physical activity, sedentary behaviour and sleep for children under 5 years of age
- SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht (BMBFSFJ, ZDF, AOK) (2026): Medienzeiten: Feste Bildschirmzeiten für Kinder vereinbaren
- American Academy of Pediatrics (AAP) (2026): American Academy of Pediatrics Calls for Creating a Child-Friendly Digital World (zum Policy Statement „Digital Ecosystems, Children, and Adolescents“)
- Proceedings of the 2016 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems (2016): Screen Time Tantrums: How Families Manage Screen Media Experiences for Toddlers and Preschoolers
- JAMA Pediatrics 177(1) (2023): Longitudinal Associations Between Use of Mobile Devices for Calming and Emotional Reactivity and Executive Functioning in Children Aged 3 to 5 Years
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de (2018): Wie erkennen Eltern Anzeichen von Mediensucht bei ihren Kindern?
- Internet-ABC e.V. und klicksafe (2026): Mediennutzungsvertrag - Vorlage zum gemeinsamen Ausfüllen
Stand: 19.10.2026